Briefe der Liselotte von der Pfalz
Hier sollen Briefe der Liselotte von der Pfalz veröffentlicht werden.Auszüge aus den Briefen, Auswahlen und Zusammenstellungen mit den unterschiedlichsten Zielsetzungen gibt es viele. Ziel dieser Online-Edition ist eine möglichst vorlagengetreue Wiedergabe aller urheberrechtsfrei zugänglichen, deutschsprachigen Briefe.
Zur Zeit stehen Briefe zum Lesen bereit.
ZITAT DES TAGES
aus einem Brief vom 13. Februar 1695 an Sophie von Hannover
über das Schlafen in der Kirche
Es ist eine große ehre, in der predig ahn des Königs seytte zu sitzen, allein ich mögte gerne die ehre einem andern laßen, denn I. M. wollen mir das schlaffen nicht erlauben; sobaldt ich einschlaff, stöst mich der König mitt dem ellenbogen undt macht mich wacker, …
Es ist eine große Ehre, in der Predigt neben dem König zu sitzen, aber ich könnte diese Ehre gerne einem Andern überlassen, denn … sobald ich einschlafe, stößt mich der König mit dem Ellenbogen und weckt mich auf, …
Elisabeth Charlotte von Pfalz-Simmern, heute besser bekannt als Liselotte von der Pfalz, wurde 1652 in Heidelberg geboren. Im Alter von 19 Jahren wurde sie aus politischen Gründen mit dem Bruder des Königs Ludwig XIV., Herzog Philipp von Orléans verheiratet. Von da an lebte sie 50 Jahre bis zu ihrem Tode am Hof des Sonnenkönigs.
Sie soll nach verschiedenen Schätzungen und Hochrechnungen 40 000 bis 60 000 Briefe geschrieben haben, wovon etwa 5750 überliefert sind. Dabei handelt es sich zum größten Teil um private Briefe an ihre Verwandten in Deutschland. Sie berichten vom Alltag am französischen Hof und den Ereignissen ihrer Zeit. Die Briefe sind eine Quelle für die Geschichte der zweiten Hälfte des 17. und den Anfang des 18. Jahrhunderts, aber auch den Kulturhistorikern, Sprachwissenschaftlern, Soziologen und selbst der Klimaforschung können sie Einsichten und Daten über diese Zeit liefern.